Paw Prints - Preview Index
Image: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw PrintsImage: Paw Prints


Home
News
Informations
Coco
Auri
Puppies
Grooming
Webdesign
Gabriela's Art
Photos
Contact
Guestbook
Links
 

 


 

Meine Mutter träumte davon, dass ich eines Tages mit einem Korb voller brauner Pudelwelpen vor ihrer Haustüre stehen werde. Am 23. September 2000 ist sie im Alter von nur 62 Jahren an einer schweren Medikamenten-Unverträglichkeit gestorben. Ohne ihren Traum, hätte ich wohl nie gewagt, im Dezember 2000 mit Coco zu einem Deckrüden in die ehemalige DDR zu fahren. Leider hat meine Mutter die braunen Pudelwelpen nicht mehr miterlebt.

 

Schon vorher verschlang ich jegliche Fachliteratur über Hunde, Erziehung, Zucht, etc. und sammelte alles, was es an Informationen, Ahnentafeln und Fotos über Pudel zu finden gab. In meinem Ordner über braune Mittelpudel habe ich z.B. Ahnentafeln, Fotos, usw. von über 120 Deckrüden aus der ganzen Welt gesammelt. Mein Ziel war es, gesunde, aufgestellte und schöne Familienhunde zu züchten. Ich fragte mich dabei immer, was kann ich für Rasse tun und nicht, was kann die Rasse für mich tun.

 

Auch wenn ein Züchter so viel wie möglich über die Vorfahren herausfindet, darf man nie vergessen, dass jedes Lebewesen Gene für Krankheiten in sich trägt. So kann ein Züchter meines Erachtens nach bestem Wissen und Gewissen gesunde Tiere verpaaren und dann nur hoffen, dass sie genetisch harmonieren.

 

In meiner alten Pudel-Literatur fand ich heraus, dass bei den „Miniatures“ zwei grosse Rüden-Linien existieren, die zwei gegensätzliche Typen repräsentieren. Die in Kopf und Körper längliche und feingliedrige „Monarch“-Linie und die kurze, rundliche und schwerere „Chieveley“-Linie mit breiterem Kopf. Pudel aus der „Monarch“-Linie seien angeblich einfacher zu trainieren als die eher zur Sturheit neigenden „Chieveleys“, die dafür aber weniger „Jedermanns-Hund“ sind.

 

Von der 10 Generationen Ahnentafel her wusste ich, dass Coco aus der Chieveley-Line stammt. Deshalb suchte ich für sie einen Partner aus der Monarch-Linie, also einen möglichst fremden Partner, denn durch die ständigen Verwandschaftsverpaarungen wird das Genpotenial immer mehr eingeschränkt.

 

Wenn man in den Datenbanken nachforscht, wird einem bewusst, wie viele wertvolle Linien für immer verschwunden sind, weil bei fast jeder Rasse der jeweilige Top-Champion beinahe alle Hündinnen beglückt, was zur weiteren Verarmung einer Rasse beiträgt. So las ich im interessanten Buch von Helmuth Wachtel über die Gefahren der Inzucht:

 

„Starke Inzucht kann nicht nur zu kleineren Hunden führen, sondern die Tiere werden empfindlich, kränklich, unfruchtbar oder zeigen andere vererbbare Krankheiten. Die Symptome von Inzuchtdepression sind Verlust von Zeugungsfähigkeit, weniger Widerstandskraft, Intelligenz und Leistung, etc. Diese Symptome können, müssen aber nicht in Erscheinung treten, aber langzeitige starke Inzucht endet ausnahmslos in einem Desaster. Züchter können ihr ganzes Leben Linienzucht betreiben und sich damit offenbar besten Resultaten erfreuen, aber früher oder später werden einige Nachfolger die teure Rechnung in Form von Nachzucht mit schlechter Gesundheit und Lebensfähigkeit bezahlen.“

 

Mein Favorit für den ersten Wurf von Coco wäre der schwedische „holding brown“ Racketeer Brown Body" gewesen.

 

Photo: S. Reinhed

 

Racketeer Brown Body

 

In Memory of "Morris"

Thank you Suzan for the permission and so many years of friendship.

 

 

Leider wurde dieser Rüde aber nicht mehr zur Zucht eingesetzt. So entschieden wir uns für

 

 

Artmann Brown Lady-Killer

 

einen Sohn von Artmann Brown Gambler und fuhren mit Coco in die ehemalige DDR .

 

Brei-Ca’s Nickels and Dimes wäre mein Favorit für den zweiten Wurf gewesen. Da sich diese Linie aber bereits in der Schweiz befand und es mein Ziel war, etwas zur Vielfalt bei den braunen Mittelpudel beizutragen, entschied ich mich für

 

 

Pimlico Brown-Jeans

 

der uns an der Hundeausstellung Animalia in Lausanne sehr gut gefallen hatte und weil mir die Aizbel-Linie aufgrund ihrer Eleganz zusagte. Im Februar 2003 fuhren wir nach La Spezia / Italien und freuten uns über die herzliche Gastfreundschaft von Familie Grillone-Di Raco.

 

Coco zeigte leider nach dem ersten Deckakt an den für sie ausgesuchten Deckrüden keine grosse Begeisterung, denn sie bevorzugte ihren „Hausrüden“ Cachou. Aus diesem Grund und weil ich unsere Hündin nicht als Gebärmaschine missbrauchen wollte, plante ich zwei Würfe.

 

Während der Trächtigkeit legte sich Coco gerne auf den Rücken und genoss die Aufmerksamkeit, die wir ihrem sich rundenden Bauch entgegenbrachten. Es war eine Freude, die Bewegungen der Welpen zu spüren.

 

 

Familie Kopp bestaunt Coco und die vier neuen Erdenbürger

Zeichnung von Laetitia & Noémi (Februar 2001)

 

Am 10. Februar 2001 schenkte uns Coco zwei Hündinnen und zwei Rüden. Nach der Geburt bin ich vor Erschöpfung neben der Wurfkiste eingeschlafen. Alles im Leben kommt und geht - das Leben ist im Fluss - deshalb erhielten unsere Welpen die Namen von Flüssen. Die ersten Poodie-Woogies nannten wir: Avana, Artemus Gordon, Abitibi und Aldan.

 

Da ich immer nur so viele Hunde halten wollte, wie ich ihnen auch Gerecht werden kann, war meine Idee, erst vom zweiten Wurf eine Hündin zur Weiterzucht zu behalten, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... Am 30. April 2003 erblickte ein reiner Rüden-Wurf das Licht der Welt. Sie bekamen die Namen: Bayan, Bijou, Barbeau und Baram.

 

Cachou war mächtig beeindruckt von den ersten Welpen, aber beim zweiten Wurf sass er freudig neben der Wurfkiste und hat jeden neuen Erdenbürger schwanzwedelnd begrüsst. Die Welpen wurden täglich gewogen und die Entwicklung schriftlich festgehalten. Unsere Kater kamen auch ab und zu für eine kurze Stichvisite in der Wurfkiste vorbei. Als grosser Büsi-Fan freute sich Coco über dieses Interesse an ihrem Nachwuchs.

 

 

Coco mit Welpen & Knäueli

 

Die Welpen hatten vom ersten Moment an Familienanschluss und gewöhnten sich so an alle Geräusche, die es in einem Haushalt gibt. Im Alter von 4 Wochen erfolgte der Umzug ins Welpenzimmer. Von dort hatten sie direkten Zugang zum Garten. Sie profitierten vom Welpenspiel-Center, plantschten in der mit Wasser gefüllten Plastik-Muschel oder hüpften in die andere Hälfte mit Spielbällen. Eine selbstgebastelte kleine Wippe, der Plastiktunnel, u.v.a. bewegliche Gegenstände sollte sie schon früh an verschiedene Hindernisse gewöhnen und für einen allfälligen späteren Einsatz im Hundesport vorbereiten. Die Welpen vergnügten sich im Sandkasten und hatten Freude an den vielen - täglich wechselnden - Spielsachen.

 

Ich achtete auf eine abwechslungsreiche Ernährung, damit sie auch hier Verschiedenes kennenlernten. Grosse und kleine Besucher waren ab der 4. Woche jederzeit herzlich willkommen. Alle Poodie-Woogies hatten Freude an Kindern, denn die Schulkameraden von Laetitia & Noémi kamen natürlich gerne vorbei.

 

Auf den täglichen Autofahrten und Spaziergängen an diversen Orten sammelten die Poodie-Woogies neue Eindrücke. Ein Ausflug zum Bahnhof, wo sie die Bekanntschaft mit Bussen und Zügen machten, gehörte genauso zum Programm wie der Besuch im nahegelegenen Seedamm-Center sowie Ausflüge per Fahrrad. Das Leine-Laufen wurde mit jedem Welpen einzeln trainiert.

 

 

 

Ab der 8. Woche besuchten wir die Welpenspielstunden. Beim ersten Wurf abwechselnd wöchentlich in Rothenthurm und Lachen und beim zweiten Wurf in Lachen und Wädenswil. Die Welpen hatten bereits einen prima Appell und kamen voller Freude auf mein Rufen herbeigerannt. Die Kommandos „Sitz“ auf meiner linken Seite und „Aus“ erlernten sie spielerisch.

 

Der grösste Kummer bereitete mir aber die Suche nach geeigneten Plätzen und die Abgabe der Welpen. Innerhalb kürzester Zeit sollte ein Züchter nämlich beurteilen können, ob ein Interessent seinen Anforderungen entspricht. Vor einem Fehlgriff ist man auch mit der besten Menschenkenntnis nicht gefeit und dies kann zu einer gewaltigen seelischen Belastung werden.

 

Ein Anfänger in Sachen Hundezucht hat es besonders schwer. Eine unbekannte Zuchtstätte geniesst noch kein Vertrauen, denn Interessenten orientieren sich am Bewährten. Hinzu kommt der nicht zu unterschätzende Konkurrenzkampf unter den Züchtern. Ein Neuzüchter sieht sich oftmals einer brodelnden Gerüchteküche ausgesetzt, die ihn demoralisiert und den Ruf schädigt, bevor er aufgebaut ist. An dieser Stelle möchte ich aus dem Buch „Hunde“ von Hans Pfosi zitieren:

 

„An weiteren Voraussetzungen für einen Hundezüchter ist leider auch eine weitgehende Illusionslosigkeit in Bezug auf die sportliche Gesinnung gewisser Kollegenkreise zu nennen. Die schwerste seelische Belastung für den Züchter sind nämlich nicht einmal die kaum je ausbleibenden Schicksalsschläge, sondern die Enttäuschungen mit sogenannten Sportskameraden. Wer die menschliche Natur kennt, den wird dies keineswegs überraschen.“

 

Den Welpeninteressenten habe ich unaufgefordert die Gesundheitsatteste der Elterntiere vorgelegt. Coco hatten wir selbstverständlich vor ihrem Zuchteinsatz im Tierspital Zürich auf PRA, PL und HD untersuchen lassen.

 

Bei der Auswahl des Welpen war mir die „richtige Passung“ genauso wichtig wie die sogenannte "Liebe auf den ersten Blick". Für unsere Welpen wünschte ich mir Menschen, die den Hund als Familienmitglied und Partner betrachten. Im Vordergrund sollte die vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und Hund stehen und nicht das Füllen der Vitrine mit irgendwelchen Pokalen.

 

Die Welpenkäufer bekamen neben Halsband, Leine, Bürste, Kamm, Futter & allerlei Leckereien für den Welpen, eine kleine Vetbed-Decke, Spielsachen und schriftliche Unterlagen über Erziehung, Ernährung, Pflege, usw. mit.

 

Beim ersten Wurf fanden wir für Avana und Aldan mit 10 Wochen ein neues Zuhause. Artemus Gordon wurde mit 14 ½ Wochen und Abitibi mit 16 ½ Wochen abgeholt.

 

Vor unserem zweiten Wurf hatten sich zahlreiche Personen danach erkundigt, wann der nächste Wurf mit Coco geplant sei. Unsere Zuversicht hinsichtlich der Plätze erwies sich aber als trügerisch. In diesem heissen Sommer erhielten wir kaum Anfragen. Die Leute aus der Hundesport-Szene, die sich im Vorfeld für einen Welpen von Coco interessiert hatten, meldeten sich nicht mehr.

 

Für die wenigen Anrufer, die sich überhaupt mit uns in Verbindung setzten, kam nur eine Hündin in Frage. Leider existieren viele falsche Vorurteile gegenüber Rüden, dabei mangelt es oft nur an der richtigen Erziehung (mein Grosspudelrüde war z.B. bereits als Welpe sehr gehorsam und leicht zu führen). So sehr ich auch versuchte, Interessenten für unsere vier Rüden zu begeistern, für viele schien das „richtige“ Geschlecht wichtiger zu sein als eine gute Aufzucht und Sozialisierung.

 

Nach 14 Wochen war ich verzweifelt, ob wir überhaupt noch irgendwann liebe Menschen für unsere Welpen finden werden. Nach den Sommerferien kamen endlich die ersehnten Telefonanrufe von Personen, die sich auch einen Rüden vorstellen konnten. Plötzlich ging alles schnell - zu schnell.

 

Mein Grundsatz war, dass ich keinen Welpen gleich beim ersten Besuch mitgebe. Nur einmal habe ich gegen meine Prinzipien verstossen und einen der Welpen im Alter von 18 ½ Wochen mitgegeben, weil ich mich von den bereits Hunde erfahrenen Welpeninteressenten und meinem Mann dazu überreden liess, der sich freute, dass einer der Nachkommen später in die Fussstapfen von Coco im Agility treten wird. Bijou wurde mit 16 ½ Wochen abgeholt. Baram, Bayan und Barbeau im Alter von 18 ½ Wochen – alle am selben Wochenende.

 

Nicht nur die Junghunde hatten sich in dieser Zeit an uns gewöhnt, sondern auch für uns war es sehr schlimm, sie nach so langer Zeit wegzugeben. Die Stille im Haus war unbeschreiblich und hat mir enorm zugesetzt.

 

Gerne hätte ich Zwingertreffen, Scherkurse, u.v.m. organisiert, aber nicht alle Welpenkäufer wollen den Kontakt zum Züchter später aufrecht erhalten, was es zu respektieren gilt. Selbstverständlich stand ich aber weiterhin jederzeit zur Verfügung.

 

Die Verantwortung gegenüber den gezüchteten Lebewesen ist ein Band, das während des ganzen Lebens besteht.

Bedauerlicherweise kann es vorkommen, dass die Sorgen um die Gesundheit und das Wohlergehen vom späteren Besitzer nicht verstanden werden. Dann ist der Rückzug als Selbstschutz für einen Züchter oft die einzige Möglichkeit.

 

Zuerst dachte ich daran, vielleicht noch einen dritten und letzten Wurf mit Coco zu machen, aber sie bekam eine Gebärmuttervereiterung.

 

Von der Besitzerin eines Rüden aus dem A-Wurf erhielten wir die traurige Nachricht einer Nierenerkrankung. Meine sofortigen Erkundigungen bei den Spezialisten des TÜZ ergaben, dass die Schädigung der Nieren wahrscheinlich durch eine virale oder bakterielle Infektion (z.B. Nierenbeckenentzündung) entstanden und gemäss den Diagnosebildern nicht erblich sei (eine genaue Diagnose wäre aber nur durch eine Nierenbiopsie – Entnahme von Nierengewebe in Narkose – möglich gewesen).

 

In diese Zeit fiel auch der unerwartete Anruf der Besitzer einer Hündin aus dem A-Wurf, die diese im Alter von 3 ½ Jahren ohne Begründung plötzlich in der Tierwelt zum Verkauf anbieten wollte. Als verantwortungsbewusste Züchter haben wir sie zurückgekauft und durch die Hilfe von Frau Yvonne Ruoss konnten wir einen guten neuen Platz für sie finden.

 

Die Sorgen um die Plätze und die Enttäuschung über Menschen, die ich falsch eingeschätzt habe, bereiteten mir schlaflose Nächte und nahmen mir den Mut zur Weiterzucht.

 

Voller Enthusiasmus habe ich unsere beiden Verpaarungen geplant und mein ganzes Herzblut in die Planung, Aufzucht und Sozialisierung dieser beiden Würfe gelegt, um den Welpen den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen. Ein Züchter trägt eine grosse Verantwortung, denn Leben entsteht, weil er es wollte und bei der Auswahl der Plätze trifft er die Entscheidung über das weitere Schicksal jedes einzelnen Welpen.

 

Es war ein unbeschreibliches Glück, dass wir dieses Wunder mit Coco erleben durften. Alle Poodie-Woogies tragen einen Teil meines Lebens, meiner Gedanken, Gefühle und Liebe in die Welt hinaus.

 

 

 

Was wir durch Liebe erlangen, kann uns niemand mehr nehmen.

 

 

Gewidmet meinem „Mami“:

Eva Diethelm-Baumann

21.03.1938 – 23.09.2000

 

 

Du hast Deine Krankheit - die chronische Polyarthritis - mit so viel Kraft und Würde getragen.

Hättest Du dieses neue Medikament nur nicht ausprobiert.

Du warst der positivste und tapferste Mensch, den ich gekannt habe.

Ich vermisse Dich unsagbar.

 

 „Remember: promises to keep…“

 

 

 

Music:

I have a dream...

ABBA

 

 

Copyright © 2002 - 2012 Poodie-Woogie

Page last modified: 15.01.2012

 

Up